7.3.-10.3.: Anreise, San Francisco, Stanford University

Route: Frankfurt -> San Francisco -> Palo Alto Anreise, San Francisco, Stanford Bildergalerie öffnen
Wetter: Überwiegend trocken, sehr kühl (10°)
Kilometer: ziemlich viele ;-)
Highlight: Ankunft in San Francisco
Zeltplatz: Marcs Appartement, Motel Maiden Inn in Palo Alto

Am Dienstag früh hab ich mich dann auf den Weg zum Flughafen gemacht. Mein Flieger ging glücklicherweise erst um 14:00 Uhr so dass ich zu halbwegs humanen Zeiten in Jena aufbrechen konnte. Nachdem das Wetter mit zahlreichen Schneefällen aber doch etwas unsicher war, bin ich lieber doch mit etwas Puffer losgefahren. Die Bahn hats aber gut hinbekommen und mich ohne größere Verspätung nach Frankfurt gefahren. Da bin ich dann ein bisschen herumgeirrt. Auf meinem Reiseplan war auch der Hinflug (operated by United) mit Lufthansaflugnummer angegeben, beim Lufthansaschalter wurde ich aber zu United geschickt und die hab ich Blindfisch erstmal nicht gefunden. Als ich sie dann aber gefunden hatte, war das Checkin höchst erfreulich. Zunächst mal gab es überhaupt keine Schlangen. Außerdem hab ich noch einen Sitzplatz am Fenster bekommen, obwohl als ich den Flug gebucht hatte, weder Gang- noch Fensterplatz frei gewesen waren sondern nur Innenplätze. Und es stellte sich dann sogar heraus, dass ich noch mehr Glück hatte: Der Platz neben mir blieb nämlich frei, was für eine Wonne!

Der Flug selbst war dann einwandfrei. Bis hoch zur Nordseeküste war die Sicht herrlich frei, dann war erstmal Bewölkung bis hinter Island angesagt. Danach wars aber wieder frei und man hatte herrliche Ausblicke auf die Küste von Neufundland mit riesigen Gletschern und Eisfeldern. Fast den ganzen restlichen Flug war dann auch keine Bewölkung und ich hatte beste Sicht auf die kanadische Prärie und irgendwann dann (nach endloser Zeit) die Rockies im Norden von Idaho und den Osten von Washington und Oregon. Der Flughafen von San Francisco liegt südöstlich der Stadt an der San Francisco Bay und ich hätte ja gedacht, dass wir ihn daher auch von Nordosten anfliegen. Da ich auf der linken Seite im Flieger saß hab ich also nicht erwartet, dass ich von der Stadt etwas sehe. War aber gar nicht so. Wir sind erst nördlich der Stadt über die Coast Range raus auf den Pazifik geflogen, dann knapp südlich der Stadt wieder zur Bay reingeflogen und haben den Flughafen von Süden angesteuert. Beim Überflug über die Stadt hatte ich dabei von meiner linken Seite den Premiumblickblick auf Downtown, die Golden Gate Bridge und die San Francisco Headlands. Glück muss der Mensch haben! :-)

Wir waren eine halbe Stunde zu früh gelandet und dann war ich auch noch nie so schnell durch alle Kontrollen durch wie hier. Bei der Immigration musste ich noch ein bisschen anstehen und warten, dann war aber mein Gepäck unter den ersten Sachen, die rausgefahren kamen und beim Lebensmittelkontrollpunkt wurde ich nur durchgewunken. Eine halbe Stunde nach der Landung war ich um 15:30 Ortszeit überall durch. Dafür war dann natürlich Sonja noch nicht da (die konnte ja auch nicht wissen, dass ich so schnell bin). Sonja ist eine Freundin von mir aus München die ich während meines Auslandsjahrs in Moorhead in Minnesota kennengelernt hatte. Ihr Mann Marc beendet zur Zeit noch sein Studium in San Francisco und sie ist daher natürlich wenn es sich einrichten lässt auch dort. Letztes Jahr im Frühjahr hatte ich Sonja knapp verpasst als ich in Amerika war aber diesmal hatte ich Glück und Marc und Sonja waren beide in San Francisco. Der Plan war, dass ich bis zum nächsten Tag in San Francisco bei Ihnen bleiben würde und dann gemütlich weiter nach Palo Alto Richtung Stanford fahren würde. Mein Workshop dort ging mit einer Reception am Mittwoch um 17:00 Uhr los.

Ich hab dann also ein Weilchen auf Sonja gewartet und wir sind dann mit der Bart (so heißt die U-Bahn von San Francisco) vom Flughafen fast direkt bis zu Marcs und ihrem Appartment im Mission District gefahren. Sonja hatte lecker gekocht und wir haben noch gequatscht aber irgendwann zwischen acht und neun (immerhin sechs Uhr früh nach deutscher Zeit) bin ich dann ins Bett gefallen.

Marc hatte mir schon prophezeit, dass ich nicht lange schlafen würde und um vier Uhr früh war dann jetlagbedingt auch endgültig Schluss mit allen Versuchen noch länger zu schlafen. Ich hab mir dann die Zeit damit vertrieben meinen Vortrag für den Workshop noch ein bisschen auszuarbeiten. Um sechs ist Marc dann aufgestanden und zur Arbeit gegangen und ein bisschen später habe ich dann mit Sonja gefrühstückt. Ich hatte an dem Tag Geburtstag und sie hatte mir sogar einen Geburtstagskuchen gebacken - total lieb! Wir haben dann den Vormittag die Stadt angeguckt. Es war herrlichstes Wetter und frühlinghaft warm. Ich hatte diesbezüglich echt Glück: Sonja meinte es wäre der erste warme schöne Tag seit zwei Wochen.

Wir waren am Pier 39 und haben lange die Seelöwen beobachtet, die sich faul in der Sonne geräkelt haben. Die hatte ich unbedingt wieder sehen wollen und bei dem schönen Wetter und ohne viele andere Touristen (ist ja nicht so ein Wunder Anfang März und vormittags) war es einfach wunderschön. Anschließend sind wir hoch zum Coit Tower gelaufen und haben in Little Italy noch gemütlich einen Kaffee getrunken. Durch China Town ging es dann zurück Richtung Downtown von wo aus wir wieder die U-Bahn zurück Richtung Mission District genommen haben. Es war total schade, dass nicht mehr Zeit war, zumal der Tag so schön war, aber vom Mission District wieder raus zum Flughafen und von dort raus nach Palo Alto dauert insgesamt doch recht lange. Wir haben uns darum im Mission District bei einem Mexikaner noch leckere Burritos genehmigt und dann hab ich mich vorsichtshalber mit meinem ganzen Gepäck gegen 13:30 Uhr auf den Weg gemacht.

Es war ein ziemliches Heckmeck mit dem vielen Gepäck das ich hatte (ich hatte Campingausrüstung dabei) mit dem Bus nach Palo Alto zu kommen aber letztlich hat alles gut geklappt. Die nächsten Tage war dann der Workshop, der gut gelaufen ist. Das Wetter hielt sich recht gut, obwohl Schauer angesagt waren, aber die Locals haben sich andauernd über die abartige Kältewelle beschwert, die Kalifornien heimsuchte (es war so ca. 10°). Freitag abend war dann Schluss mit lustig und ich hab abends problemlos meinen Mietwagen in Palo Alto abgeholt. Einen fast niegelnagelneuen Chrysler Sebring Touring mit nur 1257 Meilen. Irgendwie haben die andauernd nur neue Autos. Vielleicht kaufen die immer zum Jahreswechsel eine neue Flotte... Dann konnte es also losgehen. Pünktlich für den morgigen Samstag waren aber Schauer angesagt...

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