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| Route: |
Kodachrome SP -> Page (Cottonwood Canyon Road leider unpassierbar)
(Karte anzeigen)
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Bildergalerie öffnen
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| Wetter: |
Bewölkt mit Schauern, relativ warm |
| Kilometer: |
465 |
| Lowlight: |
Antelope Canyons geschlossen |
| Zeltplatz: |
Lake Powell, Lone Rock (0$) |
Am Morgen war die Sache dann ziemlich glasklar, ich war ein paarmal vom Regen aufgewacht, es muss ziemlich
geschüttet haben und alles war klitschnass. Die Cottonwood Canyon Road war für mich so tot wie sie nur
sein konnte. So ein Schrott! Jetzt musste ich einen Riesenbogen außenrum fahren, bis fast zum Zion zurück,
dort nach Süden und dann wieder nach Osten Richtung Page. Die Cottonwood Canyon Road hätte fast direkt
nach Süden geführt. Außerdem war es jetzt fraglich, ob ich es bis 9:00 nach Page schaffen würde, genauer
bis zur Paria Ranger Contact Station bei Page.
Heute wollte ich mir nämlich ein Permit für die Wave besorgen. Die Wave ist eine spezielle Felsformation
in den Coyote Buttes North in der Nähe von Page, die in jüngster Zeit über das Internet eine ziemliche
Popularität erlangt hat. (Lustigerweise ist sie im deutschsprachigen Raum viel bekannter als anderswo,
z.B. auch in den USA selbst.)
Zu Schutzzwecken dürfen jeden Tag maximal 20 Leute in das Gebiet rein. Für jeden
Tag werden daher 10 Permits ein halbes Jahr vorher übers Internet verkauft, die andern 10 werden am Vortag
um genau 9:00 morgens Utah Zeit in bewusster Rangerstation als sogenannte Walk-Ins verkauft oder verlost
(wenn es mehr als 10 Anwärter gibt). Wer das Ganze genauer lesen möchte, kann z.b.
hier nachlesen.
Ich bin ja der Meinung, der Hype um die Wave im Internet ist etwas übertrieben, aber ich wollte zumindest
mal versuchen ein Walk-In Permit zu bekommen, wenn es nicht klappt, dann halt nicht.
Ich habs dann aber doch noch rechtzeitig bis zehn vor 9:00 bis zur Paria Contact Station geschafft. Das
hat meine Laune dann doch erheblich gebessert, außerdem ließ sich die Strecke außenrum ganz nett fahren.
Dafür gabs dann dort an der Paria Contact Station schlechte Nachrichten. Auch hier hatte es die ganze
Nacht geregnet, alle Staubstraßen (auch diejenige, die zur Wave führt) waren unpassierbar, selbst für
Allradfahrzeuge. Die Leute meinten, wenn es heute halbwegs trocken bliebe (es waren aber weiter Schauer
angesagt), müssten die Straßen morgen für Allradfahrzeuge wieder passierbar sein. Mit meinem normalen
PKW würde ich aber so oder so keine Chance haben. Hmpf!
Dafür waren wohl wegen des schlechten Wetters außer mir nur noch vier Anwärter auf ein Permit da, was
wiederum offenbar ziemliches Glück war, denn die Rangerin meinte, die ganzen letzten Tage wären immer
mindestens zwanzig Mann dagewesen. Also habe ich einfach mal auf Verdacht ein Permit gekauft und dann
bei einem österreichischen Ehepaar, die auch da waren, um Permits zu bekommen, nach einer
Mitfahrgelegenheit gefragt. Die waren total nett und wir haben uns für den nächsten Tag morgens um 9:00
wieder an der Ranger Station verabredet. Nungut, Permit hatte ich und Mitfahrgelegenheit auch. Jetzt
musste ich also nur noch diesen Tag "totschlagen".
Ich bin also erstmal Richtung Page gefahren, wo ich mir die Antelope Canyons und
die Horseshoe Bend anschauen wollte. Kurz vor Page gab es zum ersten Mal einen freien Blick
auf Lake Powell. Lake Powell ist ein riesieger Stausee der allein zum Wassermanagement des Colorados
dient. 2005 hatten die USA fünf Jahre Dürre hinter sich (angeblich die schlimmste Dürre seit 1500)
und der rieseige See war nur noch zu 30% voll. Man sah also von See relativ wenig. Der Anblick des
blauen Wassers vor rotem Sandstein war aber immer noch schön. Muss toll aussehen, wenn der See mal
wieder voll ist, was bei optimalen(!) Bedingungen aber auch frühestens in 5-7 Jahre ist!
Die
Antelope Canyons sind zwei inzwischen recht bekannte Slotcanyons
(besonders extrem enge Schluchten) auf dem Gebiet der Navajo Indian Reservation
in Arizona. Beide sind für ihre Farben- und Formenvielfalt berühmt. Während der
Lower Antelope Canyon schmaler und stellenweise nur meterbreit ist, ist der Upper
Antelope Canyon für seine Lightbeams berühmt. Der größte Teil des Canyons ist
so eng, dass kein direktes Sonnenlicht einfallen kann, doch durch einige Spalten
und Löcher kann das Sonnenlicht einfallen und zeichnet dann scharf konturierte
Lichtstrahlen. Die Canyons liegen ca. 3 Meilen östlich von Page an der #98, der
Eintritt ist allerdings gepfeffert: 5$ Gebühr um das Reservat betreten zu dürfen,
und dann nochmal 13,50$ für den Lower und 16$ für den Upper Canyon (pro Person!).
Im Upper Canyon darf man zudem maximal eine Stunde bleiben.
Horseshoe Bend ist kein Park, sondern "nur"
ein Scenic Viewpoint. Südlich von Page, AZ, an der #89 kurz hinter Meilenmarker 542
befindet sich ein Parkplatz von dem ein 500 Meter langer Pfad zu einem Kliff
führt, von dem aus man über 100 m tief senkrecht spektakulär auf eine
tiefgrüne Hufeisenschleife des Colorados blickt.
In Page war dann der Mist, dass bei dem Schauerwetter, das gerade war, die Antilope Canyons
geschlossen waren. Die Antilope Canyons sind zwei superschmale Slotcanyons und
bei Regengefahr können da dann meterhohe Flutwellen, durchpfeifen. Nachdem da 1997 eine Reisegruppe
ertrunken ist und man von den meisten noch nichtmal mehr die Leichen gefunden hat, sind die Navajo
Indianer, die den Canyon "betreiben" wohl diesbezüglich auch ziemlich vorsichtig. Ich hatte also keine
Chance, die Canyons zu besichtigen und die meisten anderen Sehenswürdigkeiten um Page rum sind alle
über Staubstraßen zugänglich oder dann, wie an dem Tag, eben auch mal nicht zugänglich.
Gegen Mittag hab ich dann die Horseshoe Bend besichtigt.
Man parkt am ausgeschilderten Parkplatz an der #89 und läuft über einen
kleinen Hügel bis unmittelbar an die Abbruchkante des Colorado Canyons, wo der Sandstein dann völlig
ungesichert ein paar hundert Meter senkrecht abfällt.
Tief unten sieht man dann den Colorado, der hier,
weil direkt unterhalb des Glen Canyon Staudamms, keine Sedimente führt und so eine tiefgrüne
Farbe hat. Wunderschön! Hat mich ein bisschen mit dem Tag
versöhnt. Ich hab mich dort noch ein bisschen mit einem Rentner unterhalten, der mit seinem Motorhome
durch die USA gondelt und kein festes Zuhause mehr hat, krasses Leben! Vor dem heranziehenden nächsten
Regenschauer bin ich dann gerade noch rechtzeitig geflüchtet und wusste nicht so recht, was ich mir noch
anschauen sollte.
Aus lauter Verlegenheit habe ich beschlossen, zum Marble Canyon und Lee's Ferry zu fahren. Am Marble
Canyon steht die (glaube ich) älteste Brücke über den Colorado, die Navajo Bridge und man hat nochmal
einen schönen Blick in den Canyon. Ich hab dort lange gestanden, mich mit Leuten unterhalten und die
Kondore beobachtet. Dort waren elf kalifornische Kondore, Riesenvögel und ein Mann, der angeblich nur
dafür eingestellt war, dort aufzupassen, dass die Vögel sich nicht auf die Brücke setzen. Der ist
immer unmittelbar am Canyonrand entlanggeklettert, hat sich drüber und runtergebeugt und mit kleinen
Kieseln nach den Kondoren geschmissen, wenn die der Brücke zu nahe kamen. Seltsamer Job und mir wurde
schon beim Zuschauen schwindelig.
In der Nähe von Marble Canyon ist Lee's Ferry, der Ort wo früher eine Fähre den Colorado überquert hat.
Das ist landschaftlich nochmal eine sehr schöne Ecke mit einigen Schautafeln, die die Geschichte und
die Geologie der Gegend erklären. Eigentlich auch ganz nett. Wenn man wie ich nichts besseres zu tun hat
ist die Ecke um Marble Canyon und Lee's Ferry nicht schlecht, andernfalls lohnt sich die Anfahrt wohl
eher nicht.
Auf der Rückfahrt hab ich am Glen Canyon Dam angehalten und bin fast zufällig in eine kostenlose
Führung mitreingerutscht. Die Führungen dort sind wohl immer kostenlos und als ich dort war ging
grad eine los. Ich hab gefragt, ob noch ein Platz frei wäre, der Mensch an der Rezeption hat kurz
nachgeschaut und dann durfte ich noch mitlaufen. Die Führung war gut, sie erzählen was zum Bau, zu
den Daten, ein paar Anekdoten usw. War sehr kurzweilig, kann ich nur empfehlen. So war ich dann
alles in allem mit dem Tag doch ganz zufrieden, obwohl es natürlich schon verdammt schade war, dass
die Antilope Canyon geschlossen hatten. Kann man halt nix machen.
Gecampt habe ich am Lone Rock "Campground". Das ist eigentlich nur ein großer Strand am Lake Powell.
Im Sommer stehen da auch Toiletten- und Duschhäuschen rum, aber die waren noch zu (closed for the season).
Trotzdem hätte ich wohl 8 Dollar Gebühren zahlen müssen, aber das Kassenhäuschen war schon zu und es
gab keine Self Registration Station. In diesem Falle fand ich das auch ok, nur für einen Strand ohne
jegliche Einrichtungen 8 Dollar Gebühr zu nehmen hätte ich ziemlich frech gefunden.
Nachdem ich mir mein Strandplätzchen ausgesucht hatte, wäre ich doch noch fast wieder
gefahren, ich hatte nämlich Riesenprobleme, mein Zelt aufzubauen, weil es so gestürmt hat.
Es hat mir immer
wieder das Zelt eingedrückt und Heringe rausgezogen. Schließlich hab ich das Auto bis unmittelbar ans
Zelt rangefahren und das Zelt am Auto festgebunden. Danach ging es etwas besser und ich habe mich
vor allem besser gefühlt. Später am Abend hat sich der Wind gelegt und es wurde eine ruhige Nacht.
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