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| Route: |
San Simeon SP -> Visalia -> Generals HW -> Sequoia NP Moro Rock ->
Giant Forest -> Grant Grove -> Kings Canyon NP -> Sequoia NP, Grant Grove
(Karte anzeigen)
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Bildergalerie öffnen
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| Wetter: |
Sonnig und warm, im Sequoia NP kühl |
| Kilometer: |
489 |
| Highlight: |
Unglaublich dicke Bäume! |
| Zeltplatz: |
Azalea Campground, Sequoia NP (18$) |
Dieser Tag war der erste Tag der letzten Woche, unglaublich, dass schon vier Wochen um sein sollten...
Ich bin relativ früh aufgestanden, weil ich nicht so spät im Sequoia NP sein wollte und war schon
um 5:30 fertig zum Abmarsch. Die Fahrt ins Landesinnere ließ sich ziemlich schön an. Es war leichter
Nebel in der Nähe der Küste als ich abwechslungsreich durch die Küstenberge fuhr und ich habe einen
sehr schönen Sonnenaufgang gesehen. Hinter den Bergen kam ich zuerst durch ausgedehnte Weinfelder,
dann durch grasige Hügel mit vereinzelten schönen Bäumen bis die Landschaft zunehmend immer trockener
wurde. Im Central Valley verflachte die Landschaft schließlich völlig und die Fahrt war dann eher
langweilig, bis ich hinter Visalia langsam wieder in die Vorberge der Sierra Nevada kam. Hier wurde
die Landschaft zunehmend hügelig bis bergig und die Straße entsprechend kurvig. Das war dann
wieder sehr schön zu fahren und kurz nach 9:00 war ich dann auch schon am Sequoia National Park.
Der Der Sequoia und Kings Canyon National Park
besteht aus zwei Nationalparks, die als gemeinsame Einheit verwaltet werden. Die Parks liegen auf
der Westseite der Sierra Nevada und reichen von den Vorbergen bis ins Hochgebirge. Der Kings Canyon
NP beherbergt eine wilde Canyonlandschaft, ähnlich dem viel bekannteren Yosemite NP, aber nicht ganz
so spektakulär. Der Sequoia NP schützt gemeinsam mit dem umliegenden Sequoia National Monument und dem
Sequoia National Forest die letzten Bestände der Giant Sequoias, die weltweit nur an wenigen Standorten
an der Westflanke der Sierra Nevada wachsen. Die Giant Sequoias sind Verwandte der Küstenredwoods,
werden nicht ganz so hoch wie diese, erreichen aber sagenhafte Stammdurchmesser von 10 Metern!
Damit sind sie zwar nicht die dicksten Bäume der Welt, eine Zypressenart in Mexiko wird nochmals
deutlich dicker, aber kombiniert mit ihrer großen Höhe bis zu 100 Meter sind sie die Bäume und damit
auch überhaupt die Lebewesen mit der größten Masse weltweit! Eine sehr interessante Seite zu diesen
Bäumen gibt es hier.
Am Visitor Center habe ich mich erstmal nach Wanderungen und Campgrounds erkundigt. Was die Campgrounds
betrifft sah es gut aus. Selbst Campgrounds oben im Park waren schon geöffnet und die Ranger meinten,
dort wäre auch in jedem Fall noch Platz! Was Wanderungen betrifft, sah es mit längeren Wanderungen
leider mau aus: Alle längeren Wanderungen in höheren Lagen würden noch durch hüfthohen Schnee führen.
Bei den Wanderungen in den tiefen Lagen würde ich a) keine Giant Sequoias sehen und b) würde ich dort
diverse Bäche kreuzen müssen. Das wäre aber derzeit wegen der Schneeschmelze wahrscheinlich trockenen
Fußes nicht möglich... Hm, also wohl eher keine längeren Wanderungen.
Vom Visitor Center aus schraubt sich der Generals Highway in endlosen Kurven von 518 Metern über NN
bis auf eine Höhe von über 2000 Metern im sogenannten Giant Forest, dem Bereich mit den meisten
Giant Sequoias. Die Parkhomepage bemerkt nur lapidar, die 16 Meilen enthielten 130 Kurven und 12
Serpentinen. Ich frag mich ja, wer das mal gezählt hat ;-)
Die Fahrt ist aber wunderschön! Unten am Visitor Center am Eingang des Nationalparks hat man noch
eine Wüstenähnliche trockene Vegetation mit blühenden Agaven, oben im Giant Forest hat man einen
mächtigen dicken Wald und es lag teilweise im Schatten noch meterhoch Schnee. Ein wirklich faszinierender
Kontrast. Den Generals Highway würde ich mit zu den schönsten Strecken meiner Tour zählen!
Etwa auf
halber Strecke zwischen dem Eingang und dem Giant Forest, kurz bevor die Straße das Tal des Kaweah
Rivers verlässt, hab ich nochmal am Hospital Rock gehalten. Dort gab es früher eine indianische Siedlung
und es sind noch alte indianische Felsmalereien erhalten, obwohl ich mich sehr frage, was das für eine
rote Farbe ist, die solange ohne Schutz dem Regen und Schnee widerstehen kann...
Neben den Felszeichnungen gibt es noch einen Granitfelsen, in dem
man noch die kreisrunden Löcher sehen kann, die die Indianer über die Jahrhunderte durch das Malen
ihres Getreides geschliffen haben. Durchaus sehenswert! Das Wetter an dem Tag war übrigens einfach nur
perfekt und am Hospital Rock war es noch regelrecht heiß...
Die Temperatur fiel dann nach und nach und auf 2000 Metern Höhe war es angenehm kühl.
In den höheren Lagen sind die Berge dicht mit altem Nadelwald bewachsen und schließlich erreicht
man mit den Four Guardsmen den Giant Forest. Die Four Guardsmen sind vier Giant Sequoien (letztlich
aber eher mittelgroße Exemplare), durch die die Straße recht ansehnlich zweigeteilt hindurchführt.
Wenn man wie ich von Süden kommt sind das mit die ersten Giant Sequoien, die man sieht und das ist
dann schon ein beeindruckender Anblick, obwohl sie wie gesagt noch lange nicht die dicksten oder größten
ihrer Art sind.
Wenig später kann man nach rechts zum Moro Rock abbiegen. Der Moro Rock ist ein gewaltiger Granitmonolith,
den man über in den Fels gesprengt und geschlagene Treppenstufen besteigen kann. Da er die umgebende
Landschaft und vor allem auch den Wald überragt hat man von oben einen sensationellen 360° Rundumblick!
In der einen Richtung blickt man zurück ins Joaquin Valley, in der anderen Richtung blickt man auf
die hohe schneebedeckte Great Western Divide, die den Blick auf den Mount Whitney versperrt,
den höchsten Berg der USA außerhalb Alaskas, der unmittelbar hinter dieser Bergkette liegt! Ziemlich
erschreckt hat mich der Smog den man von dort oben sieht, wen man hinunter ins Tal nach Westen blickt.
Die Geologie ist wohl so, dass es häufig Wetterlagen gibt, bei denen die Luft im Central Valley nicht
ausgetauscht wird und der Smog der Millionen, die in dem Tal leben, sich dort fängt. Ich hab in meinem
Leben vorher noch nie so deutlich Smog gesehen!
An der Stichstraße zum Moro Rock kommt man auch alle Nase lang schon an wirklich gewaltigen Sequoia
Exemplaren vorbei. Diese Bäume sind wirklich unglaublich, man muss sie gesehen haben, um ihre Größe
erfassen zu können! Das schöne an den Bäumen hier ist, dass man sie fast für sich allein hat und direkt
an sie heranspazieren kann während sich um die paar wirklich berühmten benamten Exemplare wie den
General Sherman Tree oder den Gerneral Grant Tree selbst jetzt im Frühjahr wahre Menschenmengen
drängten. Im Giant Forest bin ich schließlich den Congress Trail gewandert, eine moderate Wanderung
von gut 3 Kilometern Länge, die beim General Sherman Tree startet und einen zu den meisten dicken
benamten Sequoien führt. Der General Sherman Tree gilt übrigens als
das größte (massenreichste) Lebewesen der Erde, er ist auch unglaublich dick, aber das sind andere
Sequoien auch, ich fand ihn nicht beeindruckender als andere Sequoien auch.
Der Congress Trail ist eigentlich asphaltiert und einfach zu laufen, jetzt war er aber noch weitestgehend
dick mit Schnee bedeckt, so dass man durch den Schnee stapfen musste. Dafür hatte ich den Weg fast
völlig für mich allein, was nach den Massen am General Sherman Tree eine sehr angenehme Überraschung
war. Der Trail heißt übrigens Congress Trail, weil viele Bäume dort Namen wie "The President", "Senate Group",
"The House" etc. haben. Die benamten Bäume sind alle besonders eindrucksvoll. Im tiefen Schnee war der
Weg, vor allem Abstecher zu leicht abseits liegenden Bäumen allerdings teilweise sehr schwer zu finden,
weil die entsprechenden Schilder größtenteils unterm Schnee nicht sichtbar waren. Den Lincoln Tree habe
ich z.B. vergeblich gesucht oder ich habe ihn gesehen, aber nicht als Mr. Lincoln identifizieren können.
Dafür wäre ich auf der Suche nach Herrn Lincoln fast in eine Schwarzbärenmammi mit Kind hineingelaufen.
Ich hab sie erst ziemlich spät gesehen und ihr ging es offenbar genauso. Die zwei waren damit beschäftigt
im Schnee nach irgendwas Essbarem zu graben, als wir uns wohl ziemlich gleichzeitig bemerkt haben.
Und ich muss sagen, ich hatte die Hosen voll. :-) Schwarzbären sind ja allgemein nicht so gefährlich, wie
z.B. Grizzlies, aber wenn sie ein Junges bei sich haben und sich bedroht fühlen können sie auch gefährlich
sein und das nächste Haus, Auto etc. war gerade ziemlich weit weg! Ich bin also sofort zurückgegangen
und die Bärin hat mich dann auch nicht weiter beachtet. Ich konnte aber doch der Versuchung nicht
wiederstehen und habe in etwas Entfernung noch meinen Foto ausgepackt und die zwei fotographiert. Dabei
hat der Bär mich dann doch nochmal sehr explizit angeschaut, so dass ich anschließend zugesehen habe,
dass ich von dannen kam. Aber das war eine ziemlich aufregende Begegnung für mich!
Anschließend bin ich vom Giant Forest weiter zur Grant Grove gefahren. Das ist nochmal ein Gebiet
mit besonders vielen dicken Giant Sequoien, das eigentlich schon zum Kings Canyon NP gehört. Dort habe
ich auf dem Azalea Campground erstmal Quartier bezogen. Das war übrigens gar nicht so einfach. Der
Campground war zwar ziemlich leer, die meisten Plätze waren aber entweder noch dick mit Schnee bedeckt
oder durch die Schneeschmelze eine einzige Schlammwüste! Schließlich habe ich aber ein schönes
Plätzchen gefunden und insgesamt ist der Campground sehr schön angelegt unter dicken Kiefern mit
Einsprengseln von jungen Giant Sequoias. Nachdem ich das erledigt hatte, konnte ich mir die Grant
Grove anschauen.
Durch die Grant Grove führt ein kurzer Spaziergang über einen breit ausgebauten Weg. Ich glaube die
Grant Grove ist der Congress Trail für die Leute, denen der Congress Trail doch schon zu lang ist.
Er war dann auch gut besucht, aber auch hier gibt es tolle Bäume zu sehen. Die sind einfach immer
wieder faszinierend und letztlich sieht keiner aus wie der andere. Die Bäume werden auch deshalb so
dick, weil sie extrem alt werden. Oder anders ausgedrückt, die richtig dicken großen Sequoien sind alle
auch uralt, meist deutlich über tausend Jahre, in Extremfällen aber auch bis zu dreitausend Jahren! Dadurch haben
alle großen Bäume irgendwelche Narben. Manchen fehlt die Spitze (wenn man über tausend Jahre alt wird,
ist die Chance irgendwann mal vom Blitz getroffen zu werden ziemlich hoch) und fast alle haben Brandspuren,
manche sind sogar von Feuern völlig ausgehöhlt und leben trotzdem munter weiter. Wirklich unglaubliche
Bäume.
Nachdem ich mir die Grant Grove angeschaut hatte, war es später Nachmittag und ich hatte noch ein
bisschen Zeit. Ich hatte am Morgen im Visitor Center gefragt, ob es sich lohnen würde, sich auch
den Kings Canyon kurz anzuschauen und man hatte mir dort empfohlen, doch wenigstens einmal hinein und
wieder hinauszufahren. Die entsprechende Stichstraße biegt wenig westlich der Grant Grove von der 180 ab.
Die Fahrt in den Canyon ist toll. Die Straße schraubt sich über eine Vielzahl von Serpentinen aus der Höhe
von knapp 2000 Metern hinunter in den Canyon und folgt dann dem Kings River flussaufwärts. Zunächst ist
der Canyon dort wo die Straße ihn erreicht extrem schmal, weil er im Unterlauf nicht durch
Gletschertätigkeit geweitet wurde. Weiter oben weitet er sich dann zu einem breiten Tal ähnlich dem
Yosemite Valley. Allein der Anblick des Kings River neben der Straße war bei der Fahrt schon eine
Sehenswürdigkeit für sich, weil er jetzt im Frühjahr unglaublich kochend
und schäumend zu Tal stürtzte. Die Gewalt des Wassers anzuschauen war toll.
Ich hab mir noch zwei schöne Wasserfälle angeschaut und habe schließlich mit dem Roads End das Ende
der Stichstraße erreicht. Von hier aus gehts nur noch zu Fuß weiter, aber dafür hatte ich leider keine
Zeit, was wirklich schade war. Der ansonsten ausgezeichnete Grundmann-Führer empfiehlt für den Rückweg
die Einbahnstraße nördlich des Flusses zu benutzen. Das habe ich also auch gemacht, es war aber eine
schlechte Empfehlung. Die "Straße" ist ein Waldweg auf dem mir mit meinem normalen PKW teils Angst und
Bange war wegen mangelnder Bodenfreiheit. Noch dazu sieht man dort auch nichts großartig anderes als auf
der geteerten Straße. Wenn man ein SUV hat würde ich die Straße zum Spaß durchaus empfehlen, mit dem
PKW würde ich sie nicht wieder fahren. Ich war heilfroh, als ich mein Auto wieder sicher zurück auf den
Asphalt gebracht hatte.
Ich bin dann wieder zurück zur Grant Grove gefahren und ich weiß nicht so recht, ob ich den Abstecher
in den Kings Canyon so wieder machen würde. Die Fahrt an sich war zwar landschaftlich auch sehr
schön, im Nachhinein wäre es aber schön gewesen, noch ein bisschen Zeit
zum Wandern gehabt zu haben, so saß ich halt fast nur im Auto.
Andererseits kann man diese Zeit vielleicht dann auch wieder besser im Yosemite
verbringen, den ich noch deutlich schöner fand. Der wiederum ist im Sommer aber hoffnungslos überlaufen,
was für den Kings Canyon NP nicht gilt. Muss man also abwägen.
Ich bin in der Dämmerung gut wieder auf dem Azalea Campground gelandet und habe mir dort noch ein paar
Truthahnburger gegrillt, nachdem ich mir mit eiskaltem Wasser *brrrr* dort die Haare gewaschen hatte.
Alle Duschen waren noch "closed for season". Pech gehabt.
Vielleicht noch ein Nachtrag zum Sequoia NP.
Anfangs war ich dort etwas enttäuscht gewesen, weil ich so eine Art Redwood Nationalpark mit Sequoien
erwartet hatte. Aber die Parks sind schon völlig unterschiedlich, nicht nur geographisch. Die Redwoods
bilden riesige zusammenhängende Wälder, die fast nur aus Redwoods bestehen, was einen Großteil des
Redwood-Feelings ausmacht. Die Sequoias tun das überhaupt nicht! Im Sequoia NP darf man keinen Sequoia-Wald
erwarten! Man hat dort einen "normalen" Nadelwald hauptsächlich aus verschiedenen Kiefernarten der mit
einzelnen Riesensequoien gespickt ist. Die Sequoien sind dort ein bisschen wie Rosinen in einem Brötchen
sozusagen. Es sind also wirklich die einzelnen Bäume, die die Sensation sind, nicht der Wald aus ihnen,
das ist etwas völlig anderes als im Redwood NP finde ich. Wenn ich vor die Wahl gestellt würde, würde
ich daher den Redwood NP vorziehen, obwohl die einzelnen Riesensequoien phantastisch sind. Sie sind einfach
huge huge huge!
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